Was ist Weihnachten? – eine kleine Geschichte, Teil 2

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Fröhliche Weihnachten!!

 

Heute ist endlich Weihnachten. Zeit für die Familie und Freunde, für die Geschenke, gutes Essen und Glühwein.

Ich bin noch nicht so lange Fan von Weihnachten, aber warum sollte man so ein schönes Fest denn nicht mögen? Alles ist schön geschmückt und besinnlich, die Freude kommt einher mit hübschen Lichterketten und geschmückten Tannen.

So genug geredet. Ich wünsche dir ein schönes Fest und viel Spaß mit Teil zwei meiner Geschichte.

 

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Was ist Weihnachten?

Johann wollte Einspruch einlegen, aber der Mann schob ihn hinter den Frauen her und brachte ihn mit einem erneuten Schulterklopfen zum Schweigen und Augen verdrehen.

„Wir können doch nicht-,“, wollte Clara einwenden, doch wurde sofort unterbrochen.

„Ach, was. Niemand sollte an Weihnachten allein sein. Das kann ich einfach nicht gutheißen.“ Die Frau drehte sich im Laufen um und sagte: „Ich bin übrigens Jenny und das ist mein Mann Tom.“

„Freut uns“, antwortete Clara zögernd. „Der Dickkopf hier ist Johann und ich bin Clara.“

„Freut uns ebenfalls. Aber nun erzählt mal, wie kann man an Weihnachten vorbeileben?“, wollte Tom wissen.

Johann brummte etwas Unverständliches und lief neben Clara her, die Mühe hatte mit dem schnellen Schritt von Jenny mitzukommen.

Clara hatte keine Antwort und stellte einfach selbst eine Frage: „Warum feiert man denn Weihnachten?“

„Das hat verschiedene Gründe, je nach Glauben. An diesem Tag soll Jesus geboren worden sein, aber es war auch vorher schon ein Feiertag. Für das Licht, die Familie, die Liebe. An diesem Tag kommen alle zusammen und essen, feiern, tauschen Geschenke aus.“

Clara sah zu Johann hinüber, der stur geradeaus starrte. Liebe war für ihn wohl ein Fremdwort.

„Das klingt schön“, meinte sie schlicht.

„Ist es auch. Es wird dir gefallen. Aber nun los, wir trödeln schon wieder.“

Beinahe rannten sie weiter durch den Schnee, aber so verschwand wenigstens die Kälte aus Claras Knochen und die Neugierde rückte an ihren Platz.

 

Etwa 15 Minuten später standen sie vor einem großen Einfamilienhaus, welches mit Lichterketten behangen war und im Garten standen eine Menge Schneemänner mit Nasen aus Möhren und Mützen auf dem Kopf.

„Hier wohnen Toms Eltern, aber es finden sich so viele Leute ein, dass man schon fast den Überblick verliert. So ist es immer eine lebhafte Feier“, Jenny sang die Worte fast vor sich und öffnete das Gartentor.

„Also ich bin mir wirklich nicht so sicher, ob wir-.“

„Keine Widerrede, Clara. In meinem Elternhaus ist jeder willkommen“, meinte Tom und führte sie den kleinen Weg zur Haustür entlang, an dem ein großer grüner Kranz hing. „Gehen wir erstmal rein und wärmen uns auf.“

Sie mussten nicht klingeln, die Tür war unverschlossen und von drinnen sprang ihnen Lärm, ein süßer Duft und Wärme entgegen.

Clara fühlte sich sofort wohler. Johann war weiterhin unbeeindruckt. Sie stieß ihm leicht ihren Ellenbogen in die Seite.

„Aua, was denn? Ich fühl mich eben nicht wohl“, murmelte er, schaute böse auf sie herab.

„Dann tue wenigstens so.“ Clara zog ihre dicke Jacke aus und hängte sie an die jetzt schon überfüllten Haken. Johann machte es ihr murrend gleich.

„Mooom, wir sind da“, schrie Tom durch die Räume, nahm Jenny ihren Beutel ab und verschwand grinsend umgeben von drei kleinen Kindern, die heiter um ihn herumsprangen.

Vermutlich aus dem Wohnzimmer, wo der meiste Lärm herkam, trat ein weißhaariger Mann mit dunkelgrünem Pulli und einer roten Mütze mit Puschel auf dem Kopf.

„Jennylein, ihr seid spät. Wie immer“, tadelte er sie, schloss sie aber herzlich in die Arme.

„Ich habe getrödelt wie immer und dann haben wir auf dem Weg noch zwei verlorene Seelen gefunden. Das sind Clara und Johann. Sie brauchen unbedingt Weihnachtsnachhilfe.“

„Oh, na dann folgt mir. Zuerst solltet ihr euch aufwärmen, deine Wangen sind ja ganz rot, Mädchen.“ Er legte einen Arm um Clara und führte sie hinein ins Wohnzimmer. Johann trottete wie ein nasser Pudel hinterher.

Tom saß dort auf einer großen Couch wurde umarmt von einer attraktiven Dame, die sich mehr als freute ihn zu sehen. Der ganze Raum war gefüllt mit Menschen, die lustige Pullis mit Rentieren und Schneemännern trugen. Es wurde gelacht und der Musik gelauscht. Die Wände wurden von Girlanden geschmückt und auf einer Kommode standen kleine Muffins mit roter Haube, eine große Schüssel Punsch und Zuckerstangen.

„Komm, hier an den Kamin.“ Clara wurde vor einem steinernen Kamin geschoben in dem ein loderndes Feuer brannte. Ihr wurde sofort wärmer und dann bekamen sie noch eine Tasse in die Hand gedrückt. Der Duft war unglaublich süß. Clara nahm einen Schluck und war sofort im siebten Himmel, Johann probierte nicht einmal und starrte nur in die Flammen.

Neugierig sah sie sich um. Noch nie hatte sie so etwas Schönes, Kitschiges und Gemütliches gesehen. Es war alles in ein hübsches Licht getaucht, über dem Kamin hingen sechs große Socken aus denen Zuckerstangen und Tannenzweige ragten. Neben dem Esstisch, wo zwei Pärchen Karten spielten, stand eine große Tanne, deren Spitze beinahe die Decke berührte. Der Baum war geschmückt mit schillernden Kugeln, Strohsternen, kleinen Figürchen, Lametta und Lichterketten. Unter den Ästen lagen kleine und große Päckchen, verziert mit Schleifen und Glitzer.

„Sie haben ein schönes Haus und es sieht alles wunderhübsch aus. So was habe ich noch nie gesehen“, sagte Clara.

„Dankeschön. Aber es ist mir wirklich ein Rätsel, wie man noch nie etwas von Weihnachten gehört haben kann.“

„Mir auch.“ Clara hatte das Gefühl einiges verpasst zu haben.

 

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Das war Teil zwei des Streichs. Der dritte und letzte Teil kommt am 26. Dezember online. Bis dahin wünsche ich dir nur so viel Freude und Geschenke wie du tragen kannst.

Deine Mina

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